[Rezension] Für eine Nacht sind wir unendlich

für eine nacht sind wir unendlich

Für eine Nacht sind wir unendlich

Autor: Lea Coplin
Klappbroschur: 12,95 €
eBook: 4,99 €
Seitenzahl: 304
Verlag: dtv
Weitere Infos: <<klick>>

Inhalt

Als Jonah und Liv bei einem Festival in England aufeinandertreffen, könnte das, was sie wollen, nicht unterschiedlicher sein. Doch dann beginnt es zu knistern. Und obwohl Liv von vornherein klarstellt, dass nichts laufen wird zwischen ihnen, und obwohl Jonah sich einredet, dass das ganz in seinem Sinne ist, kommen sich die beiden immer näher. Nur wird Jonah am nächsten Tag mit seinen Freunden zurück nach Deutschland fahren. Ihm und Liv bleibt nur diese eine Nacht, um herauszufinden, was da zwischen ihnen ist. Doch wie nah kann man sich kommen, wenn am nächsten Morgen alles vorbei ist?

<<Quelle>>

Wie hat’s mir gefallen

Zuallererst möchte ich mich für das sehr stimmungsvolle Bloggerpaket bedanken. Dort fand ich u. a. Festivalbändchen, Leuchtestäbchen und wunderbare Polaroids aus England. Dadurch bekam ich sofort Lust das Buch zu lesen, umschiffte den Klappentext (wie so oft) und stürzte mich nichts ahnend in die Geschichte.

Es geht um Liv, die ihrer Hippie-Tante auf einem Festival in ihrem Food Truck aushilft. Von Anfang an kommt es einem so vor, als flüchtet Liv vor etwas. Und als dann noch ihr Freund auftaucht, wird schnell klar: Liv ist gar nicht mal so glücklich und tut ziemlich viele Dinge, anderen zu liebe. Im Gegensatz dazu scheint Jonah zu stehen, der zwar auch seinen Freunden zuliebe mit auf das Festival gefahren ist, ansonsten das tut, was ihm in den Sinn kommt. Doch auch er hat eine Vergangenheit, die ihn tief geprägt und verändert hat. Sind die beiden sich am Ende doch nicht so unähnlich? Ach ja, da war ja Livs Freund und irgendwie auch Noahs Exfreundin.

Die Handlung hat mir sehr gut gefallen. Wie der Titel verspricht, erzählt die Autorin hier im Perspektivwechsel einen unvergleichbaren Tag samt Nacht. Man lernt beide Protagonisten sehr intensiv kennen – und vor allem lernen sich selbst die Charaktere kennen und gestehen sich Dinge ein, die sie schon lange verfolgen. Diese Entwicklung ist wirklich unglaublich nahbar geschrieben, dass man wirklich IN der Geschichte steckt und nicht nur ein einfacher Beobachter ist. Die Intensität hat mir sehr sehr gut gefallen.

Da ich nicht mehr viele Jugendbücher lese (anscheinend werde ich langsam alt), hatte ich auch ein wenig Angst, dass die Charaktere oder die Handlung „zu jung“ für mich sein könnten. Nö, das war nicht der Fall. Sowohl Liv als auch Noah mussten sehr früh erwachsen werden und sind wesentlicher reifer für ihr Alter, als man es vermuten würde. Aber auch so ist die Geschichte auch etwas für Leser jenseits der Teeniejahre, denn der Wechsel zwischen der unglaublichen Leichtigkeit eines Festivals und den intensiv, ja manchmal auch schweren Gefühlen macht das Buch zu einem perfekten Allrounderlebnis.
Was mir ebenfalls gefiel, war das zarte Ansprechen von einigen schwerwiegenden Themen. Sicher wird dies einige LeserInnen triggern, das will ich gar nicht herunterspielen, dennoch fand ich den Umgang mit Themen wie Bodyshaming, Mobbing und Gewalt sehr gelungen. Die Autorin spricht die Themen einfühlsam und bedacht an und findet hier stets den richtigen Ton.

Und trotzdem muss ich sagen: das Buch ist leicht und beflügelt beim Lesen, man bekommt Schmetterlinge im Bauch und mag die Lektüre nicht mehr aus der Hand legen. Schuld daran war sicherlich auch der flüssige und teils sehr witzige Schreibstil.

Bewertung 5/5

Was für ein besonderes Buch! Die Autorin erzählt sehr atmosphärisch die Geschichte zweier sehr unterschiedlicher Personen (ich sage absichtlich nicht „Liebesgeschichte“!), die sich sehr gut ergänzen.
Aber ob sie ihre Brücken überwinden können oder es bei einer unvergesslichen Nacht bleibt, müsst ihr selbst nachlesen J

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